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Pagina:Scientia - Vol. X.djvu/146

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der älteren Kultur überhaupt, aber doch erst, wie es scheint, vom Beginne des Pflanzenbaues und der Viehzucht angefangen; und auch da wird ihre Vorherrschaft schon frühzeitig vom viereckigen Hüttenbau bestritten. Viereckig waren die Hütten oder Häuser des neolithischen Dorfes von Grossgartach in Württemberg und natürlich nicht diese allein.

Viereckig waren alle Pfahlbauhütten der jüngeren Steinzeit und der Bronzezeit in den Seen der zirkumalpinen Länder Europas. Aus der Hallstatt- und der La Tène-Zeit West- und Mitteleuropas besitzen wir zahlreiche Ueberreste viereckiger Bauwerke. Aber allerdings erlosch daneben der Rundbau keineswegs. In der Gegend von Heilbronn folgten auf die Viereckshäuser von Grossgartach bronzezeitliche Rundhütten, dann wieder Viereckshäuser. Die meisten Wohnstellen der vorrömischen Zeit zeigen noch runde Grundrisse bei verschiedener Tiefe der Erdaushebung. In dem La Tène-Schanzwerk von Gerichtstetten bei Baden, aus dem 2.-1. Jahrh. vor Chr., fanden sich nebeneinander die Reste einer tiefen Trichtergrube (Mardelle) und zweier Viereckshäuser, von denen das eine aus Pfosten und Flechtwerk bestand, das andere einen meterhohen Sockel aus Kalkstein besass. Den Kelten Galliens schreibt noch Strabo kuppelförmige Rundhütten aus Brettern und Weidengeflecht mit hohem Dache zu, obwohl sie in ihren Städten nur mehr viereckige Bauwerke errichteten, die in Bibracte allerdings keine streng rechteckigen Grundrisse hatten. Die Germanen, arm an städtischen Plätzen, hatten zu Tacitus’ Zeit viereckige Pfostenhäuser mit Wänden aus Flechtwerk und bemaltem Lehm, jedes von einem weiten freien Raum umgeben, «ut fons, ut campus, ut nemus placuit ». Aber daneben besassen sie noch unterirdische, wahrscheinlich runde Räume, die mit Dünger bedeckt waren und als Keller oder Vorratskammern, bei sehr strenger Kälte auch als Winterwohnungen dienten und bei feindlichen Einfällen der Entdeckung leichter entgingen. Die Zeugnisse für solche Rundbauten sind Legion und reichen sogar für Europa bis in die Gegenwart herunter. Aber auch der Vierecksbau setzt so früh ein, dass man ihm keine bestimmte Herkunft, etwa aus Südeuropa, wie manche gewollt haben (O. Montelius, S. Müller) zuschreiben kann.[1]

  1. Grossgartach: A. Schliz, Das steinzeitliche Dorf G., Stuttgart 1901. — Pfahlbauhütten ausschliesslich viereckig: K. Schumacher, Untersu-