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Pagina:Scientia - Vol. X.djvu/148

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Herd gestellten Dachstützen. In dieser einfachsten Form war es das Haus einer ländlichen Kleinfamilie. Es vertritt aber auch den Typus der Herrensitze auf den festländischen, kyklopisch ummauerten Burgen der Argolis und Kleinasiens, während die Paläste auf Kreta keine Spur von diesem Grundriss zeigen. In hellenischer Zeit entwickelte sich aus dem Megarontypus die Form des griechischen Tempels, zunächst die des Antentempels (templum in antis). Ausserdem erscheint er noch in der hellenistischen Periode zuweilen, so in Pergamon und Priene, als Element umfangreicherer Hausanlagen. Für sich allein konnte er den gesteigerten Bedürfnissen, die ein Wohnbau jüngerer Zeit zu befriedigen hatte, nicht mehr genügen.

Das sind bekannte Dinge. Man hat nun die Vorgeschichte des Megarontypus ermitteln wollen. Kreta und der nahe Orient kamen dabei nicht in Betracht, da sich dort nichts Aehnliches findet; auch entspricht dieses ganz geschlossene Giebel- und Herdhaus einem kälteren Klima, als dem Aegyptens oder Vorderasiens. R. Henning («das deutsche Haus in seiner historischen Entwicklung» 1882) fand bereits einen Zusammenhang zwischen dem urgermanischen und dem urgriechischen Hause, obwohl er sich zu jener Zeit für Griechenland nur auf das templum in antis (die Megara von Troja u.s.w. waren noch nicht entdeckt) und auf die Beschreibung Homers vom Hause des Odysseus stützen und als nordische Analogien gar nur norwegische Bauernhäuser aus dem 16. - 17. Jahrh. nach Chr. anführen konnte. Seither hat die Erforschung vorgeschichtlicher Hütten- und Hausanlagen grosse Fortschritte gemacht; allein jenen Zusammenhang hat sie nicht bestätigt. Die Aehnlichkeiten nordischer Wohnbauten mit dem Megarontypus sind nur gering und gehören sehr späten Zeiten an, wenn auch nicht mehr blos der Neuzeit. Ein Wohnhaus der Wikingerzeit (ca. 800-1050 n. Chr.) bei Augerum in Bleking, Südschweden, hatte um den in der Mitte liegenden Herd vier Pfosten, die dem für den Rauchabzug geöffneten Dach als Stütze dienten. Zwei vor dem Eingang stehende Pfosten trugen das Vordach. Aber der Grundriss dieses Bauwerkes war nicht viereckig, sondern oval, nahezu kreisrund (Montelius, Kulturgeschichte Schwedens S. 283 F. 451). Grössere Aehnlichkeit mit einem Megaron hatte das «germanische Haus», das C. Schuchhardt