Pagina:Scientia - Vol. VII.djvu/52

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44 scientia
Kulturflüssigkeit Prozentsatz der sich entwickeluden Eier
3,66% Kochsalz
» » + 0,19% Magnesiumchlorid
» » + 0,42% Baryumchlorid
» » + 0,03% Kobaltchlorid
» » + 0,01% Zinksulfat
» » + 0,065% Nickelchlorid
» » + 0,005% Bleiacetat
0
75
90
88
75
5
17

Wie sind nun diese sonderbaren Erscheinungen zu erklären? Es muss jedem chemisch Geschulten sofort auffallen, dass sämtliche wirksamen Zusätze zum Kochsalz Zusätze von Salzen zweiwertiger Metalle sind, und das ist auch der springende Punkt. Loeb zeigte, dass nicht Zusätze von Salzen einwertiger Metalle die Kochsalzlösung zu einer günstigen Kulturflüssigkeit für die Eier umzuwandeln vermögen, sondern dass es Salze zwei- oder richtiger mehrwertiger Metalle sein müssen. Und diese Verallgemeinerung liefert dann den Schlüssel zu einer Erklärung. Denn eine ähnliche Präponderanz der elektrochemischen Eigenschaft der Wertigkeit über die elementaren chemischen Eigenschaften war nur noch in einem Fall bekannt, nämlich bei den Kolloidausflockungen, bei denen Schulze gefunden hatte, dass alle Salze einwertiger Metalle gleichmässig, aber schwach, alle Salze zweiwertiger Metalle annähernd gleichmässig, aber stark die Kolloide zu fällen vermögen. Diese «Schulze’sche Regel» liess auch bei den Erscheinungen an den Eiern an Kolloidvorgänge denken. Allerdings ist auch heute, 8 Jahre nach Loeb’s Entdeckung, trotz der grossen Entwickelung, welche die physikalische Chemie der Kolloide seitdem durchgemacht hat, die Beziehung des biologischen Vorgangs zu den Kolloidprozessen noch nicht recht klar. Denn die Schulze’sche Regel sagt ja nichts von einer antagonistischen Wirkung ein- und zweiwertiger Metallionen, wie sie sich aus Loeb’s Versuchen zu ergeben scheint, sondern von einer gleichgerichteten und nur intensiv verschiedenen Wirkung. Am nächsten kommt man wohl den wirklichen Vorgängen mit der Annahme, dass bei alleiniger Gegenwart