Pagina:Scientia - Vol. VII.djvu/248

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Natürlich muss der Begriff die Elemente auch enthalten haben, die man in ihm vorfindet; vielleicht sind dieselben sogar wichtiger, als die durch Dichtung eingefügten Bestandteile.

Anderwärts1 habe ich dargelegt und begründet, dass unsere physikalischen Begriffe, so nahe sie den Tatsachen kommen, doch nicht als vollkommener endgiltiger Ausdruck dieser angesehen werden dürfen. Von besonderer Wichtigkeit sind die Begriffe, welche Glieder eines Begriffskontinuums sind, die mathematischen Begriffe2. «Die Beständigheit der Verbindung der Reaktionen aber, welche die physikalischen Sätze darlegen, sind die höchste Substanzialität, welche die Forschung bisher enthküllen konnte, beständiger als alles, was man bisher Substanz genannt hat.»3 Was P. Angriffe gegen meine Erkenntnislehre veranlasst hat und welches Ziel er hiebei verfolgt, habe ich hier nicht zu untersuchen. Andere mögen beurteilen, ob er im Recht war, ob meine Ansichten wirklich in so schreiendem Gegensatz zur gangbaren Physik stehen. P. findet die Stellung, die ich der Denkökonomie gebe, unbescheiden. War es aber nicht auch recht.... mutwillig, auf den ersten unangenehmen oder befremdenden Eindruck hin eine Sache von oben her zu bekämpfen, die er gar nicht kannte, die seiner Denkrichtung und Denkübung gänzlich fern lag? Ich halte es nicht für ein Unglück, wenn die an Tatsachen anknüpfenden Gedanken sich ungleich in verschiedenen Köpfen abspielen, im Gegenteil. Auch Widerspruch nehme ich nicht tragisch, er leuchtet ja oft wie eine Fackel in die fremde und auch in die eigene Gedankenwelt hinein. Aber ein Versuch den Gegner zu verstehn sollte doch vorausgehn.

Wien, Universität.
  1. «E. u. I.», S. 141.
  2. «W.», Aufl., S. 421.
  3. «E. u. I.», S. 136, Vgl. Note 1, S. 239, dieser Abhandlung.