Histoire des Alpes - Storia delle Alpi - Geschichte der Alpen (1996)/09

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Übersicht über den Aktuellen Forschungsstand zur alpinen Geschichte sowie laufende Projekte in Deutschland (U. Lindgren , 1996)

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Übersicht über den Aktuellen Forschungsstand zur alpinen Geschichte sowie laufende Projekte in Deutschland (U. Lindgren , 1996)
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[p. 65 modifica]ÜBERSICHT ÜBER DEN AKTUELLEN FORSCHUNGS-STAND ZUR ALPINEN GESCHICHTE SOWIE LAUFENDE PROJEKTE IN DEUTSCHLAND


Uta Lindgren


Résumé


Survol de l’état des recherches sur l’histoire alpine et des projets en cours en Allemagne

Un état de la production historiographique alpine par pays se heurte au problème des frontières, puisque celles-ci ne constituent que rarement un critère de délimitation dans le cadre des recherches. Ce constat est sans doute particulièrement vrai pour l’Allemagne, dans la mesure où la portion bavaroise et souabe des Alpes est relativement restreinte. L’attention portée par l’histoire locale et régionale allemande aux Alpes est du reste faible. Les activités menées dans une ville comme Kempten par exemple prouvent qu’il pourrait en aller autrement. A cet égard, le projet de musée porté par le Deutscher Alpenverein à Munich pourrait constituer l’amorce d’un centre d’histoire alpine. A côté de cela, on peut rendre compte de nombreuses publications qui sont entièrement ou partiellement consacrées aux régions alpines allemandes.


Nationale Berichterstattung über alpine Geschichte stösst auf die Schwierigkeit, dass die Ländergrenzen in der Forschung oft kein Abgrenzungskriterium sind. Vielleicht gilt dies für Deutschland in besonderem Masse, da der bayerische und schwäbische Anteil an den Alpen recht gering ist. Entsprechend spielen die Alpen in der landesgeschichtlichen Forschung nur eine untergeordnete Rolle. Das muss allerdings nicht so sein, wie einige Ausnahmen zum Beispiel in der Stadt Kempten, zeigen. Die dort entstandenen Veröffentlichungen weisen auch eine gewisse Kontinuität auf, stehen allerdings nicht ausschliesslich unter dem Signum der Alpingeschichte. Ein alpingeschichtliches Zentrum im

[p. 66 modifica]weiteren Sinne strebt der Deutsche Alpenverein (DAV) in München mit der Errichtung eines alpingeschichtlichen Museums im Haus des Alpinismus an. Dabei beschränkt man sich aber nicht nur nicht auf die deutschen Alpen, sondern bezieht zum Teil auch andere Hochgebirge mit ein.

Daneben ist von einer Reihe von historischen Publikationen zu berichten, die den Alpen ganz oder teilweise gewidmet sind. Hier sollen nur solche vorgestellt werden, in denen die deutschen Alpen eine Rolle spielen. Es handelt sich auch insofern um eine Auswahl, als liier die Bestände der Bayerischen Staatsbibliothek, München, herangezogen wurden. Eine strikte Trennung zwischen volkstümlichen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen kann man nicht vornehmen.


1. PROJEKTE

1.1. Kempten ist eine Art informelles Alpinprojekt, indem dort verschiedenartige Ansätze geschickt genutzt wurden. Die römische Vergangenheit wird unter der Leitung eines festangestellten Stadtarchäologen (ein in Deutschland seltenes Amt) erforscht. Sichtbare Ergebnisse sind neben Tagungen und Schriften in dem Römischen Museum zu finden. Ausserdem ist das Museum für Kunstund Kulturgeschichte neben seinen eigenen Sammlungen durch Überlassen von alpinen Beständen aus Münchner Museen ungewöhnlich gut ausgestattet und hat begonnen, Bestandskataloge (Gemälde, Uhren, Münzen und Medaillen) zu veröffentlichen. Dies geschieht in einem Ort mit einer langen Tradition historischen Selbstbewusstseins, das sich in einer ungewöhnlich regen landesgeschichtlichen Forschung manifestiert.

1.2. Im Deutschen Alpenverein sind durch das Engagement von Helmut Zebhauser, der das Ehrenamt eines Kulturreferenten bekleidet, eine ganze Reihe von Projekten ins Leben gerufen worden, welche die alpine Geschichte im Visier haben. - Seit 1981 sind 8 Kunstausstellungen, die moderne und historische Schauweisen der Alpen zum Thema hatten, veranlasst worden. - Seit 1984 erscheint die Reihe «Alpine Klassiker», in der verschiedenartige alpine Traditionen zu Wort kommen. Dabei handelt es sich sowohl um Nachdrucke älterer Schriften, die zum Teil bereits Klassiker sind oder auf deren besonderen Wert man aufmerksam machen möchte, als auch um Monographien. Auch hier spielen kunsthistorische Zeugnisse eine wichtige Rolle.


[p. 67 modifica]- 1990 wurden die ersten Räume des Alpinmuseums Kempten eröffnet, das in bescheidenem Rahmen auch Alpingeschichte umfasst. 1991 erschien der Katalog unter dem Titel Handbuch Alpingeschichte im Museum, worunter insbesondere die Geschichte des Alpinismus zu verstehen ist. Ein grösser Teil des Museums ist dem Sport gewidmet.

- Seit 1981 wird auch ein alpines Museum im Haus des Alpinismus auf der Praterinsel, für das die Stadt München 1992 einen Erbpachtvertrag unterschrieb, eingerichtet. Das Museum befindet sich im Aufbau.

- In dem Haus des Alpinismus ist weiterhin die Alpine Bibliothek des DAV untergebracht, die nach dem Zweiten Weltkrieg neu zusammengetragen wurde, nachdem die alte Bibliothek, die im Krieg in Österreich ausgelagert war, dort nach Kriegsende verblieb.

- Ebenfalls auf der Praterinsel in München befinden sich auch verschiedene Sammlungen: Gemäldesammlung, Grafiksammlung, Ex-Libris-Sammlung, Postkartensammlung, Foto-, Dia- und Filmsammlung, Objektsammlung, Geologische Sammlung, DAV-Archiv und mehrere Nachlässe, die überwiegend noch unbearbeitet sind. Eine Publikation über Alpendarstellungen in der Kunst befindet sich in Vorbereitung.

- Das Kommunikationsforum des Hauses des Alpinismus schliesslich soll unter anderem für wissenschaftliche Tagungen zur Verfügung stehen. Die erste fand vom 9. bis 12. Oktober 1995 unter dem Thema «Heimat. Konstanten und Wandel im 19. und 20. Jahrhundert. Vorstellungen und Wirklichkeit», unter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Michael Körner und Katharina Weigand M. A., Würzburg/München statt. In vier Referaten wurde auch eine Beschäftigung mit alpiner Geschichte vorgesehen.

1.3. Eine Reihe historischer Tagungen fand im Rahmen des ARGE-ALP statt, wurde aber nur zum Teil publiziert. Die letzte deutsche tagte im Herbst 1994 in Kloster Irsee. Dabei wurde insbesondere beklagt, dass die Kontinuität nicht gewährleistet und daher auch keine kontinuierliche Planung möglich sei.


2. PUBLIKATIONEN

Es lassen sich nach Durchsicht der vorhandenen Bücher einige Sachgruppen deutlich unterscheiden, in denen auch neuere Forschungsergebnisse vorzuweisen sind:

[p. 68 modifica]2.1. Vor- und Frühgeschichte, Antike


Hier spielen Landesgrenzen traditionell eine besonders geringe Rolle. Die hier vorgestellte Auswahl muss daher leider etwas willkürlich erscheinen.

Ludwig Pauli, Die Geschichte der Alpen: die archäologische Entdeckung einer Kulturlandschaft, Stuttgart, München 1983.

Elisabeth Zacherl (Hg.), Die Römer in den Alpen, Bozen 1989. (S. 205-219 Erwin Keller, «Die Germanenpolitik Roms im bayerischen Anteil der Raetia secunda während des 4. und 5. Jahrhunderts» - befasst sich mit Fundorten, die aber nicht eigentlich in den Alpen liegen.)

Marcus Junkelmann, Die Legionen des Augustus: der römische Soldat im archäologischen Experiment (Kulturgeschichte der Antiken Welt 33-35), Mainz 1986.

Marcus Junkelmann, Muli, Mariani, Marsch in römischer Legionärsausrüstung über die Alpen (Schriften des Limesmuseums Aalen 36), Stuttgart 1985. (J. beschreibt in mehreren Publikationen das von ihm selbst organisierte und finanzierte Projekt, einen Legionärsmarsch von Augsburg nach Verona durchzuführen. Er geht damit der Frage nach, wie es funktioniert haben kann und deckt eine in den schriftlichen Quellen nicht zu findende Realität auf.)

Rafael von Uslar, Vorgeschichtliche Fundkarten der Alpen (Römisch-Germanische Forschungen 48), Mainz 1991. (Nur kurze Fundortbeschreibungen ohne Funde, diese nur im typologischen Katalogteil, mit Veröffentlichungsnachweis.)

Johann M. Schober, Entwicklungsgeschichte der Vegetation in den bayerischen Flyschbergen zwischen Lech und Inn unter Berücksichtigung der menschlichen Nutzung, München (TU) 1983. (Pollenuntersuchungen i Flyschmooren; tiefste Torfprobe im Sennalpenmoor östlich von Füssen, 9010 +/-90 Jahre vor 1950 in 4,5-5 m Tiefe; lässt Vegetationsphasen und bevorzugte Pflanzen der Nacheiszeit sowie durch Einfluss von menschlicher Nutzung erkennen; sehr interessant.)

Andreas von Poschinger, Georisk: Erfassung und Untersuchung von Massenbewegungen im Bayerischen Alpenraum (Geolog. Landesamt, GLA-fachberichte 9), München 1992.

Römische Sammlung Cambodunum: Ausstellung der in Kempten/Allgäu gefundenen Reste einer römischen Stadt mit dem keltischen Namen Cambodunum, Kempten 1982. (Kleiner Führer) [p. 69 modifica]Sabine Rieckhoff, Die Römer nördlich der Alpen und. Cambodunum-Kempten, Kempten 1983. (Mit Einleitung über die Welt der Kelten und Aus klang mit germanischen Eroberungen 180-408.)

Gerhard Weber, Archäologischer Park Cambodunum. 1. Der Gallorömische Tempelbezirk, Kempten 1989. (Ausgrabungsgeschichte seit 1885, begonnen von Kemptener Kaufmann August Ullrich; Römerstadt nicht von mittelalterlicher Stadt und Stift überbaut, sondern beiseite liegengelassen; Teilrekonstruktion des Tempelbezirks seit 1986; Vorstellung der gefundenen Objekte; kurze Einführung in religiöse Bräuche.)

Konservierte Geschichte?: 1. Cambodunum - Tagung in Kempten im Allgäu, Kempten 1984. (Tagung von renommierten Archäologen aus verschiedenen Ländern zur Vorbereitung des Tempelbezirkmuseums in K.; hier nur Diskussionen und Ansprachen.)

Gunter Ulbert, Konservierte Geschichte?: Antike Bauten und ihre Erhaltung, Stuttgart 1985. (Tagung zur Vorbereitung des archäologischen Parks im Tempelbezirk von Kempten; hier Vorträge der Teilnehmer aus verschiedenen Ländern mit einschlägigen Erfahrungen.)

100 Jahre Cambodunum-Ausgrabungen: 1885-1985, Kempten 1985. (Ausgrabungsgeschichte, überwiegend durch den Kemptner Stadtarchäologen Gerhard Weber.)

Mathilde Schleiermacher, Die römischen Fibeln vom Kempten-Cambodunum. - Flügel, Christoph, Die römischen Bronzegefässe vom Kemtpen-Cambodunum, Kallmünz/Opf. 1993. (Wissenschaftliche Beschreibung der Fundobjekte von Cambodunum: Fibeln und Bronzegefässe.)


2.2. Kunstgeschichte, Literaturgeschichte

Hier handelt es sich um das Erschliessen von Quellen, die dem Historiker mit seiner Methodik normalerweise schlecht oder gar nicht zugänglich sind, für historische Erkenntnisgewinnung.

Petra Raymond, Von der Landschaft im Kopf zur Landschaft aus Sprache: die Romantisierung der Alpen in den Reiseschilderungen und die Literarisierung des Gebirges in der Erzählprosa der Goethezeit (Studien zur deutschen Literatur 123), Tübingen 1993. (Vor allem deutsche Literatur untersucht, mit «Alpen» sind überwiegend Schweizer Berge gemeint.)

Hans-Peter Hilger, (Hg.), Alpenländische Galerie Kempten: Zweigmuseum des


[p. 70 modifica]Bayerischen Nationalmuseums (Katalog), München 1991. (Eröffnung 1991 im ehemaligen fürstäbtlichen Marstall in Kempten; religiöse Kunst des Mittelalters aus dem alpenländischen Raum zwischen Bodensee und Ostalpen, Schwerpunkt: Allgäu-Schwaben und Tirol - altbayerischer Bereich ausgespart, soll in ein Zweigmuseum in Straubing kommen -: ausführliche Objektbeschreibung mit Kurzbiographien der Meister.)

Helmuth Zebhauser, Frühe Zeugnisse: die Alpenbegeisterung (Malerei 1300-1600) (Alpine Klassiker 5), München 1986. (Darin zu Deutschland: «Die Reisen des Felix Faber durch Tirol in den Jahren 1483 und 1484», S. 57-83; H. Zebhauser, «Bilder am Weg des Albrecht Dürer auf seiner Reise nach Venedig», S. 90-98; H. Zebhauser, «Das erste selbständige Landschaftsbild: Altdorfer und die Donauschule», S. 99-107; sehr interessant.)

Helmuth Zebhauser, Alpine Postkarten (Klassiker der Alpingeschichte aus Sammlungen des deutschen Alpenvereins), München 1993. (Zugleich Kulturgeschichte der Postkarte, nicht auf Deutschland beschränkt; zu einzelnen Künstlern auch Bibliographien; mit 2 1/2 S. Literaturangaben.)

Peter Fritz, Kempten in alten Photographien, Kempten 1991. (Ab circa 1890 bis circa 1920.)

Die Alpen im Biedermeier: Friedrich Gauermann und seine Malerfreunde in Wien und München (1820-1838) (Ausstellungskatalog), Rosenheim 1987. (Mit Kurzbiographien der Maler; 15 grossformatige Farbtafeln, der Rest insgesamt 189 - sehr klein, schwarz/weiss; nicht nur Landschaften, sondern auch Tiere, Porträts, Volksleben.)

Horst Höfler, Das Bergbild in der Stilwende (1890-1930) (Ausstellungskatalog), Rosenheim 1986. (115 Abbildungen, die meisten klein, schwarz/weiss, einige grossformatige farbige; Landschaft überwiegt, nur wenige mit Menschen am Rande, keine Portraits etc.; keine Bibliographien.)

Dieter Maier, Schatzkammer Alpen: 3 Jahrtausende Kunst und Kultur, München 1985 (Nachdr. 1989). (Im Mittelpunkt prächtige Photographien von Kunstwerken, die (archäol.) in den Alpen gefunden wurden, sich (Architektur) noch dort befinden oder (Kultgegenstände) dort befunden haben und dort benutzt worden sind; deutscher Anteil gering und überhaupt nationale Anteile nicht besonders hervorgehoben.)

Königliche Landschaften: Ludwig II. und sein Bayern, Photogr. Gregor M. Schmidt, Einl. u. Textausw. Marianne Menzel, 2. Aufl. Augsburg 1990 (1. Aufl. München 1986). (Reiner Photoband; Landschaftsphotos und [p. 71 modifica]Schlossansichten, gut zum Verständnis der landschaftlichen Umgebung von Ludwigs Schlössern.)

Karin Heindl, Ludwigs heimliche Residenzen am Walchensee: Hochkopf, Herzogstand, Vorderriss, Schachen, 2. Aufl. München 1986. (Nur geringfügiger Quellennachweis.)

Dieter Maier, Die schönsten Burgen und Schlösser in den Alpen: zwischen Graubünden und. Kärnten, Regensburg 1989. (Aus Deutschland nur die Schlösser Ludwigs II. Linderhof, Hohenschwangau, Neuschwanstein; kurze Baugeschichte mit prägnanten Photos, nur geringfügiger Quellennachweis.)

Josef Emst Riedl, Die schönsten Wanderungen zu Schlössern und Burgen in den Alpen: 30 Wanderziele in Frankreich, der Schweiz, Deutschland, Italien-Südtirol und. Österreich, München 1994. (Schöne Photos, mit Beschreibung der Wandertour, kurze Geschichte des jeweiligen Schlosses, sehr wenig Literatur.)


2.3. Volkskunde, Sozialgeschichte, Alltagsgeschichte

Während die Volkskunde nach 1945, wohl wegen Missbrauchs durch Nationalsozialisten, eine relativ geringe Rolle als akademische Disziplin spielte, wurden einige ihrer traditionellen Themen von der neueren Sozialgeschichte, oft unter spezifischen philosophischen Prämissen, wiederaufgenommen. Bei jüngeren volkskundlichen Arbeiten sind die methodischen Ansprüche mitunter bescheidener.

Michael Henker, «Höret, sehet, weint und liebt.» Passionsspiele im alpenländischen Raum (Veröffentlichung zur bayerischen Geschichte und Kultur 20), München 1990.

Ludwig Dorn, Die drei ältesten Kalendarien der Pfarrkirche St. Mang in Kempten: eine liturgiegeschichtliche Untersuchung (1390-1504), Kempten 1982.

Ernst Höhne, Auf alten Spuren: Bergwanderungen zu historischen Zielen, München 1989. (Nur ein Kapitel über Deutschland: 18. Untersberg, Sagen und Höhlen, S. 102-107.)

Rudi Holzberger, Die Talfahrt der Bergbauern: Strukturveränderungen in der Bergwirtschaft und der Einfluss des Fremdenverkehrs; eine entwicklungs kritische Untersuchung am Beispiel des Alpenraums, Regens bürg 1986. (S. 32— 14 historische Anmerkungen, Deutschland nicht besonders berücksichtigt, in der Untersuchung jedoch auch Beispiele aus Deutschland.)


[p. 72 modifica]Franz Wollenik, Abwehrhand und. Drudenfuss: Felsbilder in Bayern, Hallein 1982. (Felszeichen, Ritzzeichen, Fundstellennachweis, Versuch einer Systematik.)

Haid, Hans, Mythos und Kult in den Alpen: Kultstätten und. Bergheiligtümer im Alpenraum, Rosenheim 1990. (Religiöses Brauchtum, einige pauschale Quellenangaben.)

Hans Haid, Aufbruch in die Einsamkeit: 5000 Jahre Überleben in den Alpen, Rosenheim 1992. (Brauchtumsgeschichte und Propagierung von dessen Erhaltung, nimmt auf nationale Grenzen keine Rücksicht, Deutschland kommt auch vor; einige Quellenangaben.)


2.4. Politische Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Landesgeschichte

Diese Gruppe spielte in jüngeren deutschen Publikationen eine relativ geringe Rolle gemessen an ihrer Dominanz in der deutschen Geschichtswissenschaft, was wohl daran liegen mag, dass die Alpen für Deutschland nur am Rande liegen.

Helmut Beumann (Hg.), Frühmittelalterliche Ethnogenese im Alpenraum (Nationes 5), Sigmaringen 1985. (Überwiegend politische Geschichte.)

Helmut Beumann, Die transalpinen Verbindungen der Bayern, Alemannen und Franken bis zum 10. Jahrhundert (Nationes 6), Sigmaringen 1987. (Unter anderem Eindringen von Bayern und Alamannen in die Alpen. S. 97-151; Herwig Wolfram, «Ethnogenesen im frühmittelalterlichen Donau- und Ostalpenraum» [6. bis 10. Jahrhundert]).

Die Alpenländer zur Zeit Napoleons: Historikertagung in Hall in Tirol (3.-5. 10. 1984) (ARGE Alp-Infoblatt 11), Innsbruck 1985. (S. 122-135; Helmut Gritsch, «Die Auswirkungen finanzpolitischer Regierungsmassnahmen in Tirol auf das Verhältnis führender Ständevertreter zu Bayern»; S. 205-213; Peter C. Hartmann, «Die Verschuldung Bayerns und ihre Steigerung durch die territorialen Umwälzungen in napoleonischer Zeit» behandelt Erwerbung von Tirol 1805.)

Louis Carlen (Hg.), Unternehmergestalten des Alpenraumes im 17. Jh. Kräfte der Wirtschaft, Brig 1992. (S. 9-53 Bernd Roeck, «Philipp Hainhofer. Unternehmer in Sachen Kunst».)

Louis Carlen (Hg.), Wirtschaft des alpinen Raums im 17. Jahrhundert, Brig


[p. 73 modifica]1988. (S. 15-32 Hermann Kellenbenz, «Die europäische Wirtschaft um die Mitte des 17. Jahrhunderts und die Alpenpässe» - behandelt Deutschland auch, aber nicht ausschliesslich.)

Susanne Pacher, Die Schwaighofkolonisation im Alpenraum: neue Forschungen aus historisch-geographischer Sicht (Forschungen zur deutschen Landeskunde 236), Trier 1993.

Volker Dotterweich, Geschichte der Stadt Kempten, Kempten 1989.

Franz-Rasso Böck, Kempten im Umbruch: Studien zur Übergangsphase von Reichsabtei und Reichsstadt zur baierischen Landstadt unter bes. Berücksichtigung von Kontinuität und. Wandel in Verfassung und Verwaltung 1799-1818, Augsburg 1989. (Mit starker personengeschichtlicher Komponente.)

Das Rathaus zu Kempten im Wandel der Geschichte: eine Dokumentation, Kempten 1987. (Baugeschichte und -technik, Erkenntnisse aus Renovierung, alte und neue Pläne.)

Johann B. Haggenmüller, Geschichte der Stadt und der gefürsteten Grafschaft Kempten: von den ältesten Zeiten bis zu ihrer Vereinigung mit dem baierischen Staat, Kempten

1. Von den ältesten Zeiten bis zum Ende des Bauernkrieges (Nachdr. d. Ausg. v. 1840), Kempten 1988

2. Von Beendigung des Bauernkrieges bis zur Einverleibung in den baierischen Staat (Nachdr. d. Ausg. v. 1847), Kempten 1988. (Geht zum Teil auch auf Land und Leute ein.)

Norbert Hermann, Kempten und das Oberallgäu: Bilder aus der Geschichte der Stadt und des Landkreises, Kempten 1984.

Ulrich Novotny, Kempten, Allgäu (Geschichte von 6 v. Chr. bis 1804 in ausgewählten Quellen), München 1986. (Texte aus Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit mit historischen Erläuterungen und Übersetzungshilfen für Schüler.)

Wolfram Baer, Pankraz Fried (Hg.), Schwaben - Tirol. Historische Beziehungen zwischen Schwaben und Tirol von der Römerzeit bis zur Gegenwart. Beiträge, Katalog, 2 Bde., Rosenheim 1989.

[p. 74 modifica]2.5. Geschichte der Naturwissenschaften und Technik

Hier spielen insbesondere die Geologie, Kartographie, Montanwissenschaften und -techniken, sowie Hydrologie eine Rolle.

Claus Priesner, Der Bergbau zwischen Mangfall und Leitzach in alter und neuer Zeit (Deutsches Museum, Abhandlungen und Berichte 50, 3), München 1982.

Peter Schwarz, Das Molybdänbergwerk Höllental 1907-1925. Ringen um einen seltenen Rohstoff (Deutsches Museum, Abhandlungen und Berichte, NF 9), München 1992.

Gerhard Lehrberger und Johannes Prammer, Mathias von Flurl (1756-1823). Begründer der Mineralogie und Geologie in Bayern, Straubing 1994.

Gerhard Lehrberger, Johannes Prammer und Stefan Maier, Objektekatalog zur Sonderausstellung Mathias von Flurl (1756-1823) Mineraloge und Geologe, Straubing 1994.

Mathias von Flurl, Beschreibung der Gebirge von Baiern und der oberen Pfalz, ergänzt durch die akademische Rede Über die Gebirgsformationen in den dermaligen Churpfalzbaierisehen Staaten, hg. v. Gerhard Lehrberger, München 1992 (neu gesetzt in modernen Lettern).

Mathias von Flurl, Beschreibung der Gebirge von Baiern und der oberen Pfalz, München 1792, unveränderter Nachdr. Heidelberg 1972.

ManfredTreml (Hg.), Salz macht Geschichte. Aufsätze. Katalog, 2 Bde., Augsburg 1995.

Lorenz Maier (Hg.), Salz macht Geschichte. Didaktisches Begleitheft zur Landes-ausstellung 1995 in Bad Reichenhall. Traunstein. Rosenheim, Augsburg 1995.

Bayerisches Landesamt für Wasserwirtschaft und Technische Universität München, Geschichtliche Entwicklung der Wasserwirtschaft und des Wasserbaus in Bayern, je 2 Bde., München 1981, 1983, 1986.

Bayerisches Landesamt für Wasserwirtschaft, 100 Jahre Wasserbau am Lech zwischen Landsberg und Augsburg. Auswirkungen auf Fluss und Landschaft (Schriftenreihe des Bayerischen Landesamtes für Wasserwirtschaft 19), München 1984. (Ab Füssen nördlich.)

Hans Wolff (Hg.), Bayern im Bild der Karte. Cartographia Bavariae, Weissenhorn 1988 (2. Aufl. 1991).

Hans Wolff, (Hg.), Philipp Apian und die Kartographie der Renaissance, Weissenhorn 1989.

Carlen, Louis (Hg.), Nikolaus Grass. Ausgewählte Aufsätze zum 80. Geburtstag,


[p. 75 modifica]Hildesheim 1993. (S. 254— 299 N. Grass, «Kesslergerichte in Tirol unter besonderer Berücksichtigung der oberbayerischen Kaltschmiedeprivilegien».)

Clemens Maria Haertle, Die Münzen und Medaillen des Stiftes und der Stadt Kempten: Bestands-, Typen- und Variantenkatalog des Allgäuer Heimatmuseums Kempten, Kempten 1993. (Mit Vorgeschichte der Sammlung und Geschichte einer früheren Münzsammlung, der des Fürstabtes, die verstreut wurde und jetzt zum Teil in München liegt; nur Mittelalter und Neuzeit, keine römischen Münzen.)

Peter Friess, Ingrid Seeger und Thomas Weiss, Uhren (1700-1900): Bestandskatalog des Museums für Kunst- und Kultur gesch. Kempten, Kempten 1991. (Mit Kapiteln über Uhrmacherwerkzeuge und über Sonnenuhren.)

Friedrich Schwarz, Allgäuer Glasmacher: zur Geschichte der Glasmacher im Fürststift Kempten, Kempten 1985. (Mit zahlreichen Karten und Plänen und einem Verzeichnis der Begriffe.)


2.6. Vereinsgeschichte (DAV, Höhlengeschichte)

Diese Schriften sind von historisch nicht geschulten Laien geschrieben und basieren zum Beispiel auf mündlicher Überlieferung, aber vermutlich werden sie als Quelle für die alpine Vereinsgeschichte von grossem Wert sein.

Elmar und Marianne Landes (Hg.), 125 Jahre Deutscher Alpenverein, München 1994.

Helmuth Zebhauser, Handbuch Alpingeschichte im Museum, München 1991.

Christine Schemmann, Wolkenhäuser: 48 Alpenvereinshütten in alten Ansichten und ihre Geschichte, München 1983. (Aufwendiger gemacht als Kreiter (siehe unten) und mit Photos der Hütten, zum Teil von Festen und von Personen, die den Hütten die Namen gaben; wenige Literaturangaben; Deutschland nur vereinzelt vertreten.)

Karl G. Kreiter,Was uns die Namen dieser Schutzhütten im Alpenraum sagen, Worms 1990. (Von einem Ingenieur ohne Angabe seiner Arbeitsmittel/Quellen, Geschichte und Geschichten von circa 350 Hütten, vor allem in den Ostalpen, bescheidene Aufmachung, Selbstverlag.)

Adolf Triller (Hg.), Münchner Höhlengeschichte: drei Jahrzehnte Verein für Höhlenkunde in München e. V., München 1982. (Bis 1901 zurückreichende Geschichte des Vereins, Forschungs- und Erlebnisbericht, Beschreibung von Höhlen und Kartierung.)

[p. 76 modifica]2.7. Archivalien


Seit dem vergangenen Jahr gibt es einen Archivführer, der vom Bayerischen Hauptstaatsarchiv München im Aufträge der ARGE ALP herausgegeben wurde und eine wichtige Voraussetzung für weitere historische Alpen-forschungen ist.


Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, München (Hg.), Die Staats und Landesarchive in der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp). Archivführer und. Inventar der grenzüberschreitenden Überlieferung, 1. Aufl. München 1995, Nachdr. 1996.